Die Kapelle war ursprünglich als Taufkapelle konzipiert. Im Zuge der Renovierung der Kirche 1980/81 wurde sie zu einem Raum für Gottesdienste mit geringerer Teilnehmerzahl umgestaltet. „Einen Glanzpunkt dieses neu gewonnenen Raumes stellt das Kreuz dar. Es ist das alte Hochaltarkreuz, das früher über dem Tabernakel stand. Es wurde von Goldschmied Ulrich Dochtermann meisterlich zum Hängekreuz umgestaltet. Quer- und Längsbalken enden nun mit einem Bergkristall. Dieses Kreuz hilft mit, sowohl den Mittelpunkt der Kapelle, den Altar, als auch den Mittelpunkt jeder Gottesdienstfeier, Jesus Christus, hervorzuheben.“ (Pfarrer Egger in der „Hochzoller Brücke“ 1981 Nr. 3)

In der Seitenkapelle finden sich drei Bilder von Ruth Lynen, einer Regensburger Malerin. Sie befassen sich mit der Menschwerdung Jesu, dem österlichen Unterwegssein mit dem auferweckten Gekreuzigten und einer symbolischen Darstellung des Im-Glauben-Getragenseins. Ganz in Erdfarben, mit Tausenden kleiner Muscheln durchtränkt, aus dem farbigen Sand der Hochprovence und des Roussillon gearbeitet, kunstvoll und kostbar gefertigt, laden sie zum Betrachten ein.

Jesuskind

Das Jesuskind in der Krippe (Seitenkapelle) ist ein Werk des Bildhauers Theo Bechteler (1903-1993), der in Hochzoll wohnte. Es kam 1964 in die Kirche Heilig Geist.

Pfarrer Egger schrieb damals in der Weihnachtsausgabe der „Hochzoller Brücke“: Es ist kein „schönes“ Kind, wie wir es so oft auf gängigen Bildern und in Gebrauchskrippen sehen. … Bei der Betrachtung der Krippe kommt uns zum Bewusstsein, dass der Sohn Gottes in äußerster Armut Mensch geworden ist. Das Kind ist in Lumpen gewickelt. … Dann sehen wir das Kind allein, ohne seine Mutter Maria und ohne den Pflegevater Joseph. Natürlich waren diese beiden heiligen Personen im Stall. Aber uns soll durch die Krippendarstellung gesagt werden, dass der Sohn Gottes sich bis zum Äußersten erniedrigt hat und in die Verlassenheit unserer Welt gekommen ist. …Wir sehen aber auch ein Kind, das einen lieben Gesichtsausdruck und segnende Hände hat. Das Kind schaut uns mit wissenden Augen fragend an und streckt uns die Hand entgegen. Es will Kontakt mit uns. Dazu müssen wir uns aber für dieses Kind öffnen. Wir dürfen uns nicht von diesem Kind abwenden, weil der erste Anblick enttäuscht. … So ist unsere neue Krippe ein Anstoß für unser religiöses Leben: Der unverfälschte Christus blickt uns an. Er zeigt uns seine Liebe in seiner Armut und Verlassenheit. Er will mit uns Verbindung aufnehmen. Es geht dabei nicht um liebgewordene Vorstellungen, sondern um die Wahrheit über Christus.